Heissluftfritteuse im Familienalltag: Schneller kochen, weniger Fett und mehr Komfort

Knusprige Kartoffeln, geröstetes Gemüse oder ein schnelles Abendessen ohne langes Vorheizen: Heissluftfritteusen haben sich in vielen Küchen vom Trendgerät zum regelmässig genutzten Küchenhelfer entwickelt. Ihr grösster Vorteil liegt in der Kombination aus einem kleinen Garraum, kräftiger Luftzirkulation und hoher Temperatur. Dadurch können viele Speisen schneller zubereitet werden als im grossen Backofen und benötigen für eine gebräunte Oberfläche oft deutlich weniger zusätzliches Öl als beim klassischen Frittieren.

Das macht den Airfryer vor allem für kleine und mittlere Portionen interessant. Seine Stärken reichen inzwischen weit über Pommes hinaus: Gemüse, Kartoffeln, Fisch, Poulet, Tofu, Backwaren oder Reste lassen sich rösten, erwärmen oder knusprig aufbacken. Ein Ersatz für Herd und Backofen ist das Gerät trotzdem nicht in jeder Situation. Wer seine Vorteile und Grenzen kennt, kann jedoch erstaunlich viele alltägliche Kochaufgaben schneller und unkomplizierter erledigen.

Eine Heissluftfritteuse ist eigentlich ein kompakter Umluftofen

Der Name kann zunächst etwas in die Irre führen. Eine Heissluftfritteuse frittiert Lebensmittel nicht auf dieselbe Weise wie eine klassische Fritteuse, in der Pommes, Kroketten oder andere Speisen vollständig in heisses Öl eingetaucht werden. Stattdessen arbeitet ein Airfryer mit einem Heizelement und einem kräftigen Ventilator.

Die erhitzte Luft bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit um die Lebensmittel. Weil der Garraum wesentlich kleiner ist als bei einem normalen Backofen und die Wärmequelle relativ nah am Gargut liegt, erreicht die Hitze die Oberfläche sehr direkt. Feuchtigkeit wird dort schnell abgeführt, während gleichzeitig Bräunung entstehen kann.

Dadurch lassen sich Texturen erzeugen, die an frittierte oder stark geröstete Speisen erinnern. Ganz identisch mit einer klassischen Fettfritteuse ist das Ergebnis allerdings nicht. Die Zubereitungsmethoden funktionieren physikalisch unterschiedlich und erzeugen deshalb auch eine etwas andere Kruste und Mundgefühl.

Vorteil 1: Für knusprige Speisen wird oft erheblich weniger Öl benötigt

Der bekannteste Vorteil des Airfryers ist gleichzeitig einer seiner überzeugendsten. Viele Lebensmittel benötigen lediglich eine dünne Ölschicht, einen kleinen Spritzer oder gar kein zusätzliches Öl, wenn bereits Fett im Lebensmittel enthalten ist.

Besonders gut zeigt sich das bei Kartoffeln. Werden selbst geschnittene Kartoffelspalten vor dem Garen leicht mit Öl vermischt, kann die heisse Luft die Oberfläche rundherum erreichen und bräunen. Dafür muss kein Topf mit mehreren Dezilitern Frittieröl erhitzt werden.

Ähnliches funktioniert bei Gemüse, panierten Lebensmitteln oder bestimmten Fleischgerichten. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Gericht aus dem Airfryer automatisch ausgewogen oder kalorienarm wird. Hoch verarbeitete Tiefkühlprodukte verändern ihre Zusammensetzung nicht dadurch, dass sie in einer Heissluftfritteuse erhitzt werden.

Der Vorteil liegt vielmehr in der Zubereitungsart. Im Vergleich zum Eintauchen in Frittierfett lässt sich die Menge des zugesetzten Fettes deutlich reduzieren. Die British Heart Foundation beurteilt Airfrying deshalb insbesondere gegenüber klassischem Frittieren als mögliche fettärmere Zubereitungsmethode.

Ein Teelöffel Öl kann bereits viel bewirken

Vollständig fettfrei muss die Zubereitung trotzdem nicht sein. Bei Kartoffeln, Gemüse und anderen fettarmen Lebensmitteln kann eine geringe Ölmenge die Bräunung verbessern und zugleich dafür sorgen, dass Gewürze besser an der Oberfläche haften.

Dabei kommt es auf die Verteilung an. Ein kleiner Ölfilm über der gesamten Oberfläche ist meist sinnvoller als eine grössere Menge, die sich nur an einzelnen Stellen sammelt. Schüssel und Löffel oder ein geeigneter Ölzerstäuber helfen bei einer gleichmässigen Dosierung.

Lebensmittel mit eigenem Fett benötigen teilweise gar keine zusätzliche Zugabe. Bei Lachs, Poulet mit Haut oder bestimmten Fleischprodukten tritt während des Garens ohnehin Fett aus, das bei vielen Korbgeräten nach unten ablaufen kann.


Goldbraun geröstete Pommes gehören zu den typischen Airfryer-Gerichten. Bereits eine kleine, gleichmässig verteilte Ölmenge kann für Farbe und eine knusprige Oberfläche ausreichen.

Vorteil 2: Kleine Portionen sind häufig schneller fertig

Für zwei Aufbackbrötchen, eine Portion Kartoffelspalten oder etwas Gemüse den gesamten Backofen aufzuheizen, ist nicht immer sinnvoll. Genau bei solchen Mengen spielt der Airfryer seinen nächsten Vorteil aus: Der Garraum ist klein und kommt entsprechend schnell auf Temperatur.

Viele Geräte benötigen nur eine sehr kurze Vorheizphase. Bei einigen Rezepten kann darauf abhängig vom Modell sogar vollständig verzichtet werden. Gleichzeitig liegt die Wärmequelle näher am Gargut und die Luft bewegt sich sehr kräftig durch den Korb.

Das verkürzt bei zahlreichen Gerichten die Zubereitungszeit gegenüber einem konventionellen Backofen. Die British Heart Foundation nennt als grobe Orientierung eine um etwa 20 bis 25 Prozent kürzere Garzeit gegenüber einem Umluftofen, wobei Lebensmittel, Menge und Gerät den tatsächlichen Unterschied bestimmen.

Dieser Zeitvorteil macht sich gerade im Alltag bemerkbar. Ein kleines Abendessen muss nicht lange im Voraus geplant werden, und auch das Aufbacken einzelner Portionen geht schnell. Der Airfryer eignet sich deshalb besonders für Situationen, in denen der grosse Backofen für die vorhandene Lebensmittelmenge eigentlich überdimensioniert wäre.

Vorteil 3: Bei kleinen Mengen wird weniger Energie benötigt

Mit der kürzeren Aufheiz- und Garzeit hängt ein weiterer Vorteil zusammen. Wird nur eine kleine Menge zubereitet, muss kein grosser Backraum über längere Zeit auf hoher Temperatur gehalten werden.

Deshalb kann eine Heissluftfritteuse für einzelne Portionen oder Mahlzeiten für zwei Personen weniger Strom benötigen als ein grosser elektrischer Backofen. Entscheidend ist jedoch die konkrete Nutzung. Ein pauschales Versprechen, dass der Airfryer immer die energiesparendste Kochmethode sei, wäre falsch.

Bei einem grossen Familienessen kann sich das Verhältnis umkehren. Muss ein kleiner Airfryer drei- oder viermal hintereinander laufen, während sämtliche Lebensmittel auf einem oder zwei Backblechen gleichzeitig in den Ofen gepasst hätten, verliert der kleine Garraum seinen Effizienzvorteil.

Der praktische Grundsatz lautet deshalb: Je kleiner die Portion im Verhältnis zum Backofen, desto interessanter wird der Airfryer. Wer dagegen grosse Mengen gleichzeitig zubereitet, nutzt die Kapazität eines Backofens möglicherweise effizienter.

Passend dazu zeigt der belmedia-Beitrag „Küchentrends 2025: Materialien, Technik und Design für moderne Haushalte“, wie effiziente Geräte und eine durchdachte Ausstattung zunehmend in die moderne Küchenplanung einfliessen.

Vorteil 4: Im Sommer bleibt die Küche angenehmer

Ein aufgeheizter Backofen gibt einen Teil seiner Wärme zwangsläufig an den Raum ab. Im Winter fällt das kaum auf, an einem heissen Sommertag kann es dagegen unangenehm werden.

Auch ein Airfryer produziert Wärme und benötigt ausreichend freie Lüftungsflächen. Weil jedoch ein kleinerer Garraum für kürzere Zeit erhitzt wird, ist die zusätzliche Wärmebelastung in vielen Situationen geringer.

Besonders in kleineren Wohnungen und offenen Wohnküchen kann das angenehm sein. Für ein schnelles Mittagessen muss der grosse Ofen dann nicht eine halbe Stunde oder länger auf hoher Temperatur laufen.


Ein kompakter Airfryer verfügt über weniger Garraum als ein klassischer Backofen. Für kleine Portionen kann das kürzere Aufheizzeiten und einen geringeren Energiebedarf bedeuten.

Vorteil 5: Gemüse bekommt schnell Röstaromen

Zu den interessantesten Einsatzgebieten gehört Gemüse. Brokkoli, Blumenkohl, Peperoni, Zucchetti, Kürbis, Rosenkohl, Karotten oder grüne Bohnen können durch die trockene Hitze intensive Röstaromen entwickeln.

Der Airfryer eignet sich damit gerade für Menschen, denen weich gekochtes Gemüse wenig zusagt. Aussen können gebräunte Stellen und leichte Röstnoten entstehen, während das Innere abhängig von Schnittgrösse und Garzeit noch Biss behält.

Entscheidend ist, den Korb nicht zu überfüllen. Liegen mehrere Lagen dicht übereinander, gelangt die heisse Luft nicht mehr gleichmässig an die Oberflächen. Statt zu rösten, beginnt das Gemüse stärker im eigenen Dampf zu garen.

Daher ist weniger manchmal tatsächlich mehr. Ein etwas locker gefüllter Korb kann ein deutlich besseres Ergebnis liefern als die maximale Menge, die sich theoretisch hineindrücken lässt.

Vorteil 6: Der Airfryer kann deutlich mehr als Pommes

Wer eine Heissluftfritteuse ausschliesslich für Tiefkühlpommes verwendet, schöpft ihr Potenzial nur teilweise aus. Moderne Geräte lassen sich für zahlreiche Lebensmittel einsetzen, solange die Grösse und Konsistenz zum jeweiligen Korbsystem passen.

Kartoffeln gehören weiterhin zu den Klassikern. Darüber hinaus funktionieren beispielsweise Gemüse, Pouletstücke, Fischfilets, Tofu, Fleischbällchen, kleine Gratins oder geeignete Backwaren. Auch Brötchen vom Vortag lassen sich häufig schnell wieder aufknuspern.

Besonders interessant wird das Gerät bei einzelnen Bestandteilen einer Mahlzeit. Während beispielsweise Sauce oder Teigwaren auf dem Herd zubereitet werden, kann im Airfryer gleichzeitig Gemüse oder eine knusprige Beilage garen. Dadurch entsteht eine zusätzliche kleine Garzone, ohne dass der Backofen benötigt wird.

Einige aktuelle Modelle gehen noch weiter und kombinieren Heissluft mit Dampf, Grillfunktionen oder getrennt steuerbaren Körben. Solche Zusatzfunktionen sind kein Muss, zeigen aber, wie stark sich die Geräteklasse inzwischen vom einfachen „Pommes-Gerät“ entfernt hat.



Vorteil 7: Reste werden oft besser als in der Mikrowelle

Eine der praktischsten Eigenschaften wird beim Kauf häufig unterschätzt: der Airfryer kann ein hervorragendes Gerät zum Aufwärmen sein.

Pizza ist ein gutes Beispiel. In der Mikrowelle wird der Boden häufig weich, während ein grosser Backofen für ein einzelnes Stück unverhältnismässig aufwendig erscheint. Im Airfryer kann die Unterseite wieder trockener und der Rand erneut knuspriger werden.

Ähnliches gilt für Bratkartoffeln, panierte Speisen, Gebäck oder andere Lebensmittel, deren Oberfläche beim Erwärmen möglichst trocken bleiben soll. Für Suppen, Saucen und sehr feuchte Gerichte bleibt dagegen die Mikrowelle oder der Herd geeigneter.

Damit ergänzen sich die Geräte eher, als dass eines das andere vollständig ersetzt. Mikrowellen punkten bei feuchten Speisen und sehr schnellem Erwärmen, während der Airfryer seine Stärke vor allem bei Texturen ausspielt, die wieder knusprig werden sollen.


Auch grössere Stücke lassen sich je nach Fassungsvermögen im Airfryer garen. Entscheidend bleiben ausreichender Platz für die Luftzirkulation und eine zum Lebensmittel passende Garzeit.

Vorteil 8: Weniger Fettspritzer und kein Topf voller Frittieröl

Klassisches Frittieren hat kulinarische Vorteile, bringt im Haushalt aber auch praktische Nachteile mit sich. Heisses Öl kann spritzen, der Geruch verteilt sich in der Küche und nach dem Essen bleibt eine grössere Menge gebrauchtes Frittierfett zurück.

Beim Airfryer entfällt dieses Ölbad. Dadurch bleibt die unmittelbare Umgebung in der Regel sauberer und es muss kein grosser Behälter mit heissem Fett gehandhabt werden.

Vollständig geruchsfrei arbeitet eine Heissluftfritteuse allerdings ebenfalls nicht. Fisch, Fleisch, Gewürze oder stark fetthaltige Lebensmittel entwickeln beim Erhitzen selbstverständlich Gerüche. Auch Fett kann sich im Geräteinneren ablagern.

Der Unterschied liegt vor allem in der Menge. Statt eines offenen Topfes oder einer klassischen Fettfritteuse arbeitet das Gerät mit einem weitgehend geschlossenen Garraum und wesentlich weniger zugesetztem Öl.

Vorteil 9: Die Reinigung ist bei vielen Geräten unkompliziert

Nach dem Essen zeigt sich schnell, ob ein Küchenhelfer wirklich alltagstauglich ist. Bei vielen Airfryern lassen sich Korb und Einsatz vollständig herausnehmen und mit warmem Wasser und Spülmittel reinigen. Einige Hersteller geben bestimmte Teile zusätzlich für die Spülmaschine frei.

Regelmässiges Reinigen lohnt sich. Fett, Krümel und Marinaden können sich ansonsten festsetzen und bei späteren Garvorgängen Gerüche oder Rauch verursachen. Auch die Luftzirkulation kann durch starke Ablagerungen beeinträchtigt werden.

Aggressive Scheuermittel und harte Metallwerkzeuge sind bei beschichteten Körben keine gute Wahl. Sie können die Oberfläche beschädigen. Massgebend bleiben deshalb immer die Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers.

Der belmedia-Ratgeber „Heissluftfritteuse: Mit dem Air Fryer sollte man diese Fehler vermeiden“ zeigt ergänzend, weshalb Überfüllen, eine blockierte Luftzirkulation und ungeeignete Reinigung das Ergebnis verschlechtern oder Probleme verursachen können. Der Beitrag erschien 2025 auf haushaltsapparate.net.

Vorteil 10: Die Bedienung ist schnell gelernt

Ein Airfryer benötigt wenig Einarbeitung. Temperatur und Garzeit sind die beiden wichtigsten Einstellungen, moderne Modelle ergänzen diese häufig durch Programme für Kartoffeln, Gemüse, Fisch, Fleisch oder Backwaren.

Solche Programme sind praktische Ausgangspunkte, sollten aber nicht als unumstössliche Vorgaben verstanden werden. Lebensmittel unterscheiden sich in Grösse, Ausgangstemperatur und Feuchtigkeitsgehalt. Auch zwei Airfryer mit derselben eingestellten Temperatur können unterschiedlich schnell garen.

Nach wenigen Anwendungen entwickeln sich deshalb meist eigene Erfahrungswerte. Gerade bei häufig wiederkehrenden Gerichten macht das die Zubereitung bequem: Kartoffeln werden ähnlich geschnitten, Gemüse bekommt dieselbe Temperatur und bevorzugte Garzeiten lassen sich schnell reproduzieren.

Das ist besonders hilfreich an Tagen, an denen Kochen unkompliziert bleiben soll. Statt mehrere Pfannen zu überwachen, läuft ein Teil der Mahlzeit im Korb und benötigt nur gelegentliches Schütteln oder Wenden.


Pommes bleiben der Klassiker unter den Airfryer-Gerichten. Entscheidend für ein gleichmässiges Ergebnis sind eine passende Menge, ausreichend Luft zwischen den Stücken und gegebenenfalls ein Schütteln während des Garens.

Ein grosser Vorteil für kleine Haushalte

Besonders überzeugend ist das Konzept bei ein oder zwei Personen. Für zwei Brötchen, eine Portion Lachs oder eine kleine Schüssel Gemüse wirkt ein grosser Backofen häufig überdimensioniert. Der Airfryer passt mit seinem kleineren Garraum wesentlich besser zur Portion.

Auch die Hemmschwelle, überhaupt frisch zu kochen, kann dadurch sinken. Wenn Gemüse schneiden, würzen und in den Korb geben bereits einen grossen Teil der Arbeit ausmacht, erscheint eine einfache selbst zubereitete Mahlzeit weniger aufwendig.

Das bedeutet nicht, dass sich die Anschaffung allein über Energieeinsparungen amortisieren muss. Wer bereits einen guten Ofen besitzt und kaum kleine Portionen zubereitet, braucht deshalb nicht automatisch zusätzlich einen Airfryer.

Der eigentliche Mehrwert entsteht aus der Kombination von Geschwindigkeit, Grösse und Komfort. Wenn das Gerät mehrmals pro Woche statt des grossen Backofens genutzt wird, ist sein Nutzen wesentlich grösser als bei einem Apparat, der nach zwei Versuchen im Schrank verschwindet.

Dual-Zone-Geräte lösen eines der klassischen Airfryer-Probleme

Eine Schwäche kleiner Geräte besteht darin, dass Hauptgericht und Beilage möglicherweise unterschiedliche Temperaturen oder Garzeiten benötigen. Zwei getrennte Körbe können dieses Problem teilweise lösen.

In einem Fach können beispielsweise Kartoffeln rösten, während im zweiten Gemüse oder Fisch gart. Bei entsprechenden Modellen lassen sich die Programme so koordinieren, dass beide Komponenten ungefähr gleichzeitig fertig werden.

Der Nachteil ist die grössere Stellfläche. Ein Dual-Zone-Airfryer braucht auf der Küchenzeile erheblich mehr Raum als ein kompaktes Einzelgerät. Vor dem Kauf sollte deshalb nicht nur das Fassungsvermögen, sondern auch der verfügbare Arbeitsplatz betrachtet werden.

Gerade Geräte, die täglich benutzt werden sollen, benötigen einen sinnvollen festen Standort. Muss ein schwerer Airfryer vor jeder Verwendung aus einem hohen Schrank gehoben werden, sinkt seine Alltagstauglichkeit schnell.

Nicht alles gelingt im Airfryer besser

Trotz der vielen Vorteile bleibt die Heissluftfritteuse ein Spezialist. Flüssige Speisen, grosse Aufläufe oder Mahlzeiten für viele Personen sind häufig besser in anderen Geräten aufgehoben.

Auch sehr flüssige Teige oder lose leichte Zutaten können problematisch sein. Der kräftige Luftstrom bewegt Bestandteile im Garraum und kann beispielsweise Backpapier anheben, wenn es nicht durch Lebensmittel beschwert wird.

Hinzu kommt die begrenzte Fläche des Korbes. Für gute Röstergebnisse sollten Lebensmittel möglichst nicht zu dicht gestapelt werden. Bei vier oder fünf Personen kann deshalb schnell mehr als ein Durchgang notwendig werden.

Der Backofen behält hier einen klaren Vorteil: Mehrere Bleche, grosse Formen oder unterschiedliche Speisen lassen sich gleichzeitig zubereiten. Eine sinnvolle Küchenausstattung betrachtet den Airfryer daher eher als Ergänzung denn als zwangsläufigen vollständigen Ersatz.

Ist Kochen mit der Heissluftfritteuse automatisch gesünder?

Diese Aussage wäre zu pauschal. Ein Airfryer kann helfen, die Menge an zusätzlichem Fett zu reduzieren, insbesondere im Vergleich zum klassischen Frittieren. Die gesundheitliche Qualität einer Mahlzeit hängt aber weiterhin hauptsächlich von den verwendeten Lebensmitteln ab.

Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Fisch oder andere wenig verarbeitete Zutaten werden nicht deshalb ausgewogen, weil sie im Airfryer liegen. Sie bringen ihre Nährstoffzusammensetzung bereits mit. Umgekehrt werden stark salzhaltige oder hoch verarbeitete Fertigprodukte nicht automatisch zu gesunden Lebensmitteln.

Der grosse ernährungsbezogene Vorteil ist deshalb pragmatisch: Gemüse kann schnell Röstaromen entwickeln, Kartoffeln benötigen wenig zugesetztes Öl und manche klassischen Frittiergerichte lassen sich fettärmer zubereiten. Das eröffnet mehr Möglichkeiten für unkomplizierte Alltagsgerichte.

Der Airfryer kann sogar Lust auf Gemüse machen

Dieser Effekt sollte nicht unterschätzt werden. Gemüse aus Wasser oder Dampf schmeckt anders als Gemüse mit gebräunten Rändern, Röstaromen und einer leicht knusprigen Oberfläche.

Gerade Brokkoli, Blumenkohl und Rosenkohl entwickeln bei trockener hoher Hitze eine deutlich kräftigere Aromatik. Auch Karotten, Kürbis oder Peperoni profitieren von einer leichten Bräunung.

Damit lässt sich eine Beilage innerhalb kurzer Zeit aufwerten. Ein wenig Öl, Gewürze und die passende Temperatur reichen häufig aus, ohne dass gleichzeitig eine Pfanne beaufsichtigt werden muss.

Die schnelle Zubereitung kann dazu beitragen, Gemüse häufiger spontan in eine Mahlzeit einzubauen. Darin liegt ein praktischer Vorteil, der weit über die berühmten Airfryer-Pommes hinausgeht.

Ein deutsches Video zeigt Airfryer im Praxistest

Wie unterschiedlich Heissluftfritteusen arbeiten und wo ihre Stärken gegenüber Backofen und klassischer Fritteuse liegen, zeigt ein ausführlicher Beitrag von SWR Marktcheck. Getestet werden verschiedene Geräte und typische Anwendungen; dabei geht es auch um Bedienung, Ergebnisse und die Frage, welche Aufgaben ein Airfryer tatsächlich übernehmen kann. Das Video ist deutschsprachig und aktuell öffentlich auf YouTube verfügbar.



Für wen lohnt sich eine Heissluftfritteuse besonders?

Der Nutzen ist besonders gross, wenn häufig kleine oder mittlere Portionen zubereitet werden. Singles und Paare profitieren deshalb oft stärker als sehr grosse Haushalte, sofern letztere kein entsprechend grosses oder geteiltes Gerät wählen.

Auch für Menschen mit wenig Zeit kann sich die Anschaffung lohnen. Der Airfryer eignet sich gut für ein schnelles Mittagessen, eine warme Beilage oder das Aufwärmen von Resten mit knuspriger Oberfläche.

Interessant ist das Gerät zudem für Haushalte, die selten klassisch frittieren möchten, aber auf gebräunte und knusprige Texturen nicht verzichten wollen. Die geringere Ölmenge, das fehlende offene Fettbad und die vergleichsweise einfache Reinigung sprechen in diesem Fall für die Heissluftvariante.

Weniger sinnvoll ist der Kauf, wenn bereits ein kleiner effizienter Backofen vorhanden ist und fast immer grosse Mengen gekocht werden. Auch wer kaum geröstete oder gebackene Speisen zubereitet, wird den zusätzlichen Küchenapparat möglicherweise nur selten benötigen.

Worauf es beim Kauf wirklich ankommt

Fassungsvermögen und nutzbare Korbfläche sind wichtiger als möglichst viele Programme. Ein grosser Literwert klingt attraktiv, sagt aber allein wenig darüber aus, wie viel Gemüse oder wie viele Kartoffelstücke tatsächlich in einer lockeren Lage gegart werden können.

Auch die Reinigung verdient Aufmerksamkeit. Korb und Einsatz sollten sich leicht herausnehmen lassen und keine unnötig komplizierten Ecken besitzen, in denen sich Fett und Krümel sammeln. Ob Teile spülmaschinengeeignet sind, lässt sich in den Herstellerangaben prüfen.

Bei begrenzter Arbeitsfläche spielt ausserdem die Grösse des gesamten Geräts eine Rolle. Ein breiter Doppelkorb kann funktional überzeugen und gleichzeitig wertvolle Vorbereitungsfläche blockieren.

Weitere sinnvolle Kriterien sind eine klare Bedienung, ein ausreichend langer Temperaturbereich und eine gut zugängliche Zeiteinstellung. Sonderprogramme sind angenehm, ersetzen aber keine gute Grundkonstruktion.

Fazit: Der Airfryer überzeugt vor allem durch seine Alltagstauglichkeit

Der Erfolg der Heissluftfritteuse lässt sich nicht allein mit einem Küchentrend erklären. Das Gerät löst mehrere sehr konkrete Alltagsprobleme gleichzeitig: Kleine Mengen werden schnell heiss, viele Speisen bekommen eine gebräunte Oberfläche, es wird wenig zusätzliches Öl benötigt und der grosse Backofen kann bei überschaubaren Portionen häufig ausgeschaltet bleiben.

Dazu kommen einfache Bedienung und vielseitige Einsatzmöglichkeiten. Kartoffeln und Pommes sind nur der Anfang. Gemüse, Fisch, Poulet, Tofu, kleine Backwaren und viele Reste lassen sich ebenfalls sinnvoll zubereiten oder erneut knusprig erwärmen.

Die Vorteile haben allerdings Grenzen. Bei grossen Familienportionen, mehreren Blechen oder sehr feuchten Gerichten bleibt der klassische Backofen beziehungsweise Herd im Vorteil. Auch eine ausgewogene Ernährung entsteht nicht allein durch die Wahl des Geräts.

Am stärksten ist der Airfryer deshalb dort, wo sein kompakter Aufbau wirklich genutzt wird: bei kleinen bis mittleren Mahlzeiten, spontanen Beilagen und Gerichten, die schnell eine trockene, gebräunte Oberfläche bekommen sollen. Genau diese Mischung aus Tempo, Komfort und Vielseitigkeit erklärt, weshalb die Heissluftfritteuse in vielen Küchen nach der ersten Neugier dauerhaft auf der Arbeitsplatte bleibt.

 

Bildquellen: Titelbild: iStock/fcafotodigital; Bild 1: iStock/Hazal Ak; Bild 2: iStock/Rafa Jodar; Bild 3: iStock/Irina Esau; Bild 4: iStock/Hazal Ak

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