Nackenstützkissen als Geschenk: AGR gibt Tipps zu Schlafposition, Matratze & Liegegefühl

Die Tage werden kürzer, die Wunschzettel länger: Laut Umfragen will knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland ihre Weihnachtsgeschenke schon vor Dezember besorgen. Gleichzeitig sitzt vielen zum Jahresende der Job spürbar im Nacken. Der grösste Wunsch ist daher oft schlicht: endlich wieder gut schlafen und erholt aufwachen. „Ein gutes Nackenstützkissen ist ein Geschenk, über das man sich jede Nacht aufs Neue freut. Vorausgesetzt, es passt individuell zu dem Menschen, der darauf schläft“, sagt Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. Der Verein zeichnet rückenfreundliche Produkte – darunter auch Nackenkissen – nach Prüfung durch eine Kommission aus Medizin und Therapie mit dem AGR-Gütesiegel aus und gibt Tipps, wie man unter der grossen Auswahl das passende Modell findet.

Laut einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Doctolib berichteten 63 Prozent der Menschen in Deutschland, in den vergangenen zwölf Monaten unter Schlafproblemen gelitten zu haben, Frauen häufiger als Männer. Als Grund für Schlafprobleme wurden unter anderem körperliche Schmerzen oder Beschwerden genannt. Daraus kann ein Kreislauf entstehen: Wer ungünstig liegt, schläft möglicherweise unruhiger – und wer schlecht schläft, empfindet Schmerzen unter Umständen stärker.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Individuelle Wahl: Körperbau, Schlafposition und Matratze spielen bei der Kissenauswahl eine Rolle.
  • Probeliegen: Die AGR empfiehlt, das persönliche Liegegefühl zu testen und Umtauschmöglichkeiten zu prüfen.
  • Höhe: Anpassbare Kissen können auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmt werden.
  • Hygiene: Atmungsaktive Materialien und waschbare Bezüge erleichtern die Nutzung.
  • Beschwerden: Anhaltende Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wenn die Nacht keine Ruhe bringt

Schlafprobleme und Schmerzen können sich gegenseitig beeinflussen. Welche Rolle die Schlafunterlage dabei spielt, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

Auf die gerade Linie kommt es an

Eine oftmals unterschätzte Rolle spielt dabei das Kissen. „Wenn Patienten mit chronischen Nacken- und Schulterschmerzen trotz Therapie keine dauerhafte Besserung erfahren, kann die gezielte Unterstützung der Halswirbelsäule während des Schlafs entscheidend sein“, erklärt Dr. Werner Kanovsky, Facharzt für Orthopädie und Leiter des Orthopädie-Zentrums Klagenfurt. Ein ergonomisch abgestimmtes Kissen soll die Halswirbelsäule in jeder Schlafposition in einer natürlichen, geraden Linie mit der übrigen Wirbelsäule halten. „Ist das Kissen zu hoch oder zu flach, muss die Nackenmuskulatur stundenlang gegenhalten, und das spürt man am nächsten Morgen“, erklärt der Experte. Auf Basis von vier Jahrzehnten klinischer Erfahrung mit Halswirbelsäulen-Beschwerden hat Dr. Kanovsky ein ergonomisches Nackenkissen entwickelt, das mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnet wurde. Er betont dabei, wie wichtig ein individuell passendes Kissen ist: „Schulterbreite, Schlafposition und Matratzentyp sind von Mensch zu Mensch verschieden. Ein Einheitskissen für alle gibt es daher nicht.“

So wird das Kissen zum Volltreffer unterm Baum

AGR-Geschäftsführer Detlef Detjen rät deshalb: „Man sollte unbedingt das persönliche Liegegefühl testen. Vor dem Verschenken lohnt ein Blick auf Umtausch- oder Probeschlafmöglichkeiten.“ Das AGR-Gütesiegel hilft bei der Orientierung vor dem Kauf. Eine Kommission aus Medizin und Therapie prüft die Produkte nach den Kriterien des Vereins. Hersteller beantragen die Zertifizierung und tragen die Prüfkosten. Ein Gutschein für ein AGR-zertifiziertes Fachgeschäft mit Beratung und Probeliegen ist ebenfalls geeignet. Wer mit steifem Nacken aufwacht, darf sich auch selbst beschenken – als guter Neujahrsvorsatz.

So finden Sie das passende Nackenstützkissen:

  • Nur Kopf und Nacken stützen: Die Schultern liegen vor dem Kissen. Ein Format um 40 × 80 Zentimeter hilft dabei.
  • Zur Schlafposition passen: Das Kissen sollte in Seiten- und Rückenlage gut stützen und sich in der Höhe anpassen lassen, etwa über herausnehmbare Einlagen.
  • Matratze mitdenken: Auf einer weichen Matratze sinkt die Schulter tiefer ein – dann braucht es meist ein flacheres Kissen.
  • Auf Klima und Hygiene achten: Atmungsaktive Materialien und waschbare Bezüge sorgen für ein angenehmes Schlafklima.
  • Regelmässig nachprüfen: Füllungen verlieren mit der Zeit an Volumen. Wer wieder verspannt aufwacht, sollte die Höhe kontrollieren.

Auch Massnahmen wie gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen, ergonomische Möbel, Wärmeanwendungen oder Stressvermeidung können bei Nackenproblemen hilfreich sein. Die AGR gibt dazu konkrete Empfehlungen. Anhaltende Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.



 

Quelle: Aktion Gesunder Rücken
Bildquellen: Bild 1: AGR / Lattoflex; Bild 2: AGR

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