Universitätsspital Basel: Spitzenmedizin, Forschung und Versorgung im Herzen der Stadt

Im Universitätsspital Basel treffen medizinische Versorgung, Forschung und akademische Lehre unmittelbar aufeinander. Mehr als 8’200 Mitarbeitende behandeln hier Patienten aus der Nordwestschweiz, anderen Landesteilen und dem benachbarten Ausland. Gleichzeitig entsteht auf dem traditionsreichen Spitalareal eine Infrastruktur für die Medizin der kommenden Jahrzehnte.

Das Universitätsspital Basel, kurz USB, gehört zu den bedeutenden medizinischen Zentren der Schweiz. Sein Auftrag reicht von der Grundversorgung der regionalen Bevölkerung bis zur Behandlung seltener und komplexer Erkrankungen. Eine enge Verbindung zur Universität Basel sorgt dafür, dass wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst rasch in Diagnostik, Therapie und Pflege einfliessen.

Ein Zentrumsspital für mehr als eine Million Menschen

Das Einzugsgebiet des Universitätsspitals Basel umfasst mehr als eine Million Einwohner. Neben Basel-Stadt und Basel-Landschaft reicht es in weitere Kantone sowie über die Landesgrenzen nach Deutschland und Frankreich. Die Lage im Dreiländereck prägt deshalb auch die tägliche Arbeit des Spitals.

Im Jahr 2025 wurden am USB 44’060 Patienten stationär behandelt. Hinzu kamen rund 1,4 Millionen ambulante Patientenkontakte. Diese Zahl darf nicht mit der Anzahl einzelner Personen verwechselt werden: Ein Patient kann während einer längeren Behandlung mehrere ambulante Termine wahrnehmen.

Das Spital deckt praktisch alle Bereiche der Erwachsenenmedizin ab. Zum Angebot gehören unter anderem:

  • Allgemeine und spezialisierte Innere Medizin;
  • Chirurgie und hochkomplexe operative Eingriffe;
  • Herz-, Gefäss- und Thoraxmedizin;
  • Neurologie, Neurochirurgie und Schlaganfallmedizin;
  • Onkologie, Hämatologie und Tumormedizin;
  • Frauenmedizin, Geburtshilfe und Reproduktionsmedizin;
  • Intensiv-, Notfall- und Transplantationsmedizin.

Viele Erkrankungen lassen sich heute nicht mehr sinnvoll innerhalb eines einzigen Fachgebiets behandeln. Deshalb arbeiten Spezialisten in medizinischen Zentren, Tumorboards und interdisziplinären Konferenzen zusammen. Befunde werden gemeinsam beurteilt und Behandlungsschritte aufeinander abgestimmt.


Verständliche Gespräche gehören zu einer guten medizinischen Betreuung. Patienten sollen über Untersuchungen, Behandlungsmöglichkeiten und mögliche Risiken umfassend informiert werden.

Vom Bürgerspital zum modernen Universitätsspital

Die Geschichte des Basler Spitalwesens reicht weit zurück. Einen entscheidenden Schritt markierte das Jahr 1842. Damals zog das städtische Spital vom Barfüsserplatz auf das Areal des Markgräflerhofs an der heutigen Hebelstrasse. Dort befindet sich das Spital bis heute.

Der Klinikvertrag von 1865 verband das Bürgerspital enger mit der Universität. Medizinische Lehre, wissenschaftliche Forschung und die praktische Ausbildung am Krankenbett entwickelten sich damit zunehmend zu gemeinsamen Aufgaben. 1896 nahm das Spital einen der ersten Röntgenapparate der Schweiz in Betrieb. Ein Jahr später entstand das erste diagnostische Röntgeninstitut des Landes.

Auch die Gebäude erzählen von den jeweiligen Vorstellungen moderner Medizin. Das in den 1930er- und 1940er-Jahren errichtete Klinikum 1 gilt als architekturgeschichtlich bedeutender Spitalbau. Fassaden und Dächer stehen seit 2009 im kantonalen Denkmalverzeichnis. Das Klinikum 2 wurde 1974 eröffnet und entsprach damals den Anforderungen einer technisch geprägten Krankenhausmedizin.

Heute muss ein Universitätsspital andere Voraussetzungen erfüllen. Grössere Geräte, digitale Arbeitsprozesse, kurze Wege, neue Hygienestandards und mehr Privatsphäre lassen sich in älteren Gebäuden nur begrenzt verwirklichen. Der Spitalcampus wird deshalb schrittweise erneuert.

Wie Basel historische Bausubstanz und zeitgenössische Architektur miteinander verbindet, zeigt auch der Beitrag «Besondere Architektur in Basel: Meisterwerke zwischen Tradition und Moderne».

Was universitäre Medizin auszeichnet

Ein Universitätsspital behandelt Patienten und übernimmt zugleich Aufgaben in Forschung, Aus- und Weiterbildung. Komplexe Fälle werden häufig von mehreren Fachgebieten gemeinsam betreut. Dazu kommen spezialisierte Verfahren, die wegen des hohen technischen und personellen Aufwands nicht in jedem Regionalspital angeboten werden können.

Universitäre Medizin bedeutet allerdings nicht, dass jede Behandlung experimentell ist. Die reguläre Versorgung orientiert sich an anerkannten medizinischen Standards. Neue Verfahren kommen erst nach fachlicher, ethischer und rechtlicher Prüfung zum Einsatz.

Wenn Patienten an einer klinischen Studie teilnehmen können, müssen sie zuvor verständlich über Ziel, Ablauf, mögliche Vorteile und Risiken informiert werden. Die Teilnahme ist freiwillig. Eine Ablehnung darf die weitere reguläre Behandlung nicht beeinträchtigen.

Forschung mit direktem Bezug zur Behandlung

Das Universitätsspital Basel arbeitet eng mit der Medizinischen Fakultät der Universität Basel zusammen. Rund 600 medizinische Führungskräfte sind zugleich in Forschung und Lehre tätig. Nach Angaben des USB bestehen 229 Forschungsgruppen, 260 Forschungsprojekte und mehr als 300 laufende klinische Studien.

Im Mittelpunkt steht die sogenannte translationale Forschung. Sie soll Erkenntnisse aus Labor, Datenanalyse und klinischen Studien in konkrete medizinische Anwendungen übertragen. Umgekehrt führen Beobachtungen aus dem Behandlungsalltag zu neuen Forschungsfragen.

Zu den Forschungsfeldern gehören beispielsweise Krebsmedizin, Immunologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neurologie, regenerative Medizin, Medizintechnik und personalisierte Therapien. Digitale Systeme, mobile Sensoren, künstliche Intelligenz und robotergestützte Verfahren werden ebenfalls auf ihren praktischen Nutzen untersucht.

2026 führte das USB die robotergestützte Herzchirurgie ein. Im März desselben Jahres gelang einem interdisziplinären Team nach Angaben des Spitals erstmals in der Schweiz eine roboterassistierte Brustrekonstruktion mit körpereigenem Gewebe. Solche Verfahren zeigen, wie technische Innovation neue Zugangswege ermöglichen kann. Ob sie für einen bestimmten Patienten geeignet sind, hängt jedoch immer von der individuellen medizinischen Situation ab.


Forschung und Patientenversorgung sind am Universitätsspital Basel eng miteinander verbunden. Neue Erkenntnisse müssen wissenschaftlich, medizinisch und ethisch sorgfältig geprüft werden.

Behandlungsqualität aus Sicht der Patienten

Medizinische Qualität lässt sich nicht allein anhand der Zahl behandelter Fälle beurteilen. Das USB erfasst deshalb unterschiedliche Qualitätsindikatoren. Dazu gehören unter anderem postoperative Wundinfektionen, Stürze, Druckgeschwüre und Infektionen, die während eines Spitalaufenthalts auftreten.

Eine weitere Rolle spielen sogenannte Patient Reported Outcome Measures, kurz PROMs. Dabei beantworten Patienten standardisierte Fragen zu Beschwerden, Lebensqualität und Behandlungsergebnis. Diese Angaben ergänzen Laborwerte, Bildgebung und ärztliche Beurteilungen.

Ein erfolgreich eingesetztes künstliches Gelenk kann auf einem Röntgenbild beispielsweise korrekt sitzen. Trotzdem kann der Patient weiterhin Schmerzen oder Einschränkungen im Alltag erleben. Erst die Verbindung objektiver Befunde mit der persönlichen Wahrnehmung ergibt ein umfassenderes Bild.

Welche Vorteile eine systematische Erfassung solcher Angaben bieten kann, erläutert der Beitrag über Patientenbefragungen und Behandlungsergebnisse.

Ausbildung für zahlreiche Gesundheitsberufe

Das Universitätsspital Basel ist zugleich ein grosser Ausbildungsbetrieb. Jedes Jahr absolvieren mehr als 800 Menschen eine Aus- oder Weiterbildung am USB. Das Spektrum reicht von Medizin und Pflege über medizinisch-technische Berufe bis zu Informatik, Logistik, Gastronomie und Verwaltung.

Im Mai 2026 eröffnete das Spital ein neues Skills Lab und Simulationszentrum. Dort lassen sich medizinische und pflegerische Situationen trainieren, ohne Patienten einem Risiko auszusetzen. Die Teilnehmer üben beispielsweise Notfälle, operative Abläufe, Kommunikation und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen.

Simulationen ermöglichen es, Fehlerquellen zu erkennen und wiederkehrende Abläufe zu festigen. Neben der technischen Beherrschung eines Eingriffs spielen klare Zuständigkeiten, verständliche Kommunikation und kontrollierte Übergaben eine wesentliche Rolle für die Patientensicherheit.

8’225 Mitarbeitende halten den Betrieb aufrecht

Ein Spital dieser Grösse funktioniert nur durch das Zusammenspiel zahlreicher Berufsgruppen. Ende 2025 beschäftigte das USB 8’225 Mitarbeitende. Ärzte und Pflegefachpersonen bilden lediglich einen Teil des Teams.

Zum Spitalbetrieb gehören ebenso:

  • Labor-, Radiologie- und Operationstechnik;
  • Physio-, Ergo- und Ernährungstherapie;
  • Pharmazie und Sterilgutversorgung;
  • Informatik, Medizintechnik und Datenschutz;
  • Patiententransport, Reinigung und Logistik;
  • Hotellerie, Küche und technische Dienste;
  • Sozialberatung, Administration und Forschung.

Viele Leistungen bleiben für Patienten unsichtbar. Medikamente müssen geprüft und pünktlich bereitgestellt, Operationsinstrumente aufbereitet, Untersuchungsräume gereinigt und sensible Daten geschützt werden. Bereits der Ausfall eines einzelnen Bereichs kann weitere Abläufe verzögern.

Campus Gesundheit: Neubau während des laufenden Betriebs

Das bestehende Klinikum 2 aus den 1970er-Jahren wird durch einen Neubau ersetzt. Nach dem Spatenstich im Januar 2024 folgte im Februar 2026 die Grundsteinlegung. Für die Baugrube wurden rund 120’000 Kubikmeter Erde ausgehoben, etwa 500 Anker gesetzt und 200 Bohrpfähle bis zu 36 Meter tief eingebracht.

Die besondere Herausforderung liegt in der unmittelbaren Nachbarschaft zum laufenden Spital. Täglich verzeichnet das USB ungefähr 3’800 ambulante Kontakte. Bei hoher Auslastung sind bis zu 700 Betten belegt. Gleichzeitig müssen Baustellenverkehr, Erschütterungen, Lärm, Staub und Versorgungsleitungen kontrolliert werden.

Der Neubau soll moderne Pflege- und Behandlungsbereiche schaffen sowie die betrieblichen Wege verbessern. Auch Anpassungsfähigkeit ist wichtig: Medizinische Gebäude werden über Jahrzehnte genutzt, während sich Geräte, Behandlungsformen und digitale Systeme wesentlich schneller verändern.

Ursprünglich war auf dem Campus zusätzlich ein Klinikum 3 geplant. Nach der Übernahme des Claraspitals im November 2025 verzichtet das USB auf diesen Bau. Stattdessen werden die medizinischen Angebote der beiden Standorte neu aufeinander abgestimmt. Am Standort Claraspital soll unter anderem ein umfassendes Krebszentrum entstehen.


Im Skills Lab lassen sich medizinische Notfälle und komplexe Arbeitsabläufe realitätsnah trainieren, ohne Patienten einem Risiko auszusetzen.

Praktische Hinweise für Patienten und Besucher

Das Spitalareal befindet sich zwischen Petersgraben, Hebelstrasse, Spitalstrasse und Schanzenstrasse. Vom Bahnhof Basel SBB fährt die Tramlinie 11 bis zur Haltestelle Universitätsspital. Der Bus 30 hält beim nahe gelegenen Universitäts-Kinderspital beider Basel.

Für Autofahrer steht das öffentliche Parkhaus City zur Verfügung. Haltebuchten zum Ein- und Aussteigen befinden sich vor dem Klinikum 1 an der Spitalstrasse 21 und vor dem Klinikum 2 am Petersgraben 4. Da auf dem Areal ein neues Wegleitsystem eingeführt wird, können vorübergehend alte und neue Gebäudebezeichnungen nebeneinander erscheinen.

Vor einem geplanten Aufenthalt sollten Patienten folgende Unterlagen bereithalten:

  • Aufgebot oder Terminbestätigung;
  • Krankenversicherungskarte und amtlichen Ausweis;
  • aktuelle Medikamentenliste;
  • vorhandene Befunde und Allergieangaben;
  • Patientenverfügung oder Vorsorgeauftrag, sofern vorhanden.

Die allgemeinen Besuchszeiten gelten derzeit täglich von 11 bis 20 Uhr. Auf Intensivstationen sowie in der Schwangeren- und Wochenbettabteilung bestehen abweichende Regelungen. Da sich Besuchszeiten und Zufahrten ändern können, sollten die aktuellen Angaben vor der Anreise auf der Website des Spitals geprüft werden.

Bei einem lebensbedrohlichen medizinischen Notfall gilt in der gesamten Schweiz die Notrufnummer 144. Nicht dringliche Termine werden über die zuständige Klinik, eine ärztliche Zuweisung oder die Online-Terminbuchung vereinbart.

Video-Tipp: Implantate aus dem 3D-Drucker

Die Reihe «Operation Zukunft» des Universitätsspitals Basel zeigt, wie individuelle Schädelimplantate mit Unterstützung digitaler Planung und 3D-Druck entstehen. Das Video vermittelt einen konkreten Einblick in die Verbindung von Medizintechnik, Forschung und chirurgischer Erfahrung.



Ein Spital zwischen Tradition und Aufbruch

Das Universitätsspital Basel ist weit mehr als ein grosses Krankenhaus. Es übernimmt regionale Grundversorgung, behandelt hochkomplexe Erkrankungen, bildet Fachkräfte aus und entwickelt gemeinsam mit der Universität neue medizinische Verfahren.

Gleichzeitig befindet sich das USB in einer tiefgreifenden Veränderungsphase. Der Neubau des Klinikums 2, die Integration des Claraspitals und Investitionen in Digitalisierung und Robotik werden die kommenden Jahre prägen. Die zentrale Aufgabe bleibt dabei unverändert: medizinischen Fortschritt so einzusetzen, dass Patienten sicher, verständlich und möglichst wirksam behandelt werden.

 

Bildquellen: Bild 1: Symbolbild © YueStock/Shutterstock.com; Bild 2: Symbolbild © Studio Romantic/Shutterstock.com; Bild 3: Symbolbild © Gorodenkoff/Shutterstock.com; Bild 4: Symbolbild © Pixel-Shot/Shutterstock.com

Publireportagen

Empfehlungen

Gott.ch
gourmetnews.ch