Seltene Augenkrankheit: Therapie gegen Acanthamoeba-Keratitis bald verfügbar

Ein neues Medikament namens Akantior bringt Hoffnung für Patientinnen und Patienten mit einer sehr seltenen, aber schweren Augeninfektion.

Akantior ist das erste und bisher einzige zugelassene Mittel gegen die sogenannte Acanthamoeba-Keratitis (AK) – eine Entzündung der Hornhaut, die unbehandelt zur Erblindung führen kann.

Was ist Acanthamoeba-Keratitis?

Acanthamoeba-Keratitis ist eine seltene, aber gefährliche Infektion der Hornhaut. Sie tritt meist bei Menschen auf, die Kontaktlinsen tragen und mit verunreinigtem Wasser – etwa beim Schwimmen oder Duschen – in Berührung kommen. Die Krankheit verursacht starke Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und kann das Sehvermögen dauerhaft schädigen.

In Europa und den USA erkranken jährlich etwa 3’000 Menschen daran – doch bisher gab es kein offiziell zugelassenes Medikament. Behandlungen erfolgten oft experimentell, mit mässigem Erfolg und vielen Nebenwirkungen.

Akantior: Ein Durchbruch in der Augenheilkunde

Mit Akantior steht erstmals eine geprüfte und zugelassene Therapie zur Verfügung. Das Medikament enthält den Wirkstoff Polihexanid, der gezielt gegen den Krankheitserreger – eine winzige Amöbe – wirkt.


Akantior ist sowohl in der EU als auch in Grossbritannien für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren zugelassen. In der Schweiz soll es ab Herbst 2024 erhältlich sein. In den USA läuft derzeit das Zulassungsverfahren.

Was bedeutet das für Betroffene?

  • Frühzeitige Behandlung mit Akantior kann das Fortschreiten der Krankheit stoppen
  • Bessere Heilungschancen und Schutz des Sehvermögens
  • Reduktion von langwierigen und oft belastenden Behandlungsversuchen

Insbesondere Kontaktlinsenträgerinnen und -träger profitieren von dieser neuen Option, da sie zur Risikogruppe gehören.

Wer steckt hinter dem neuen Medikament?

Entwickelt wurde Akantior vom italienischen Unternehmen SIFI, das sich auf Augenmedizin spezialisiert hat. SIFI betreibt moderne Produktionsstätten in Italien und hat sich jüngst mit dem spanischen Pharmaunternehmen Faes Farma zusammengeschlossen. Ziel ist es, das Medikament möglichst schnell in vielen Ländern verfügbar zu machen – auch in der Schweiz.


Die Herstellung von Akantior erfolgt in spezialisierten Anlagen in Italien. Dadurch kann hohe Qualität und eine sichere Versorgung gewährleistet werden.

Blick in die Zukunft: Weitere Anwendungen geplant

Nach ersten Erfolgen plant das Unternehmen nun auch die Erforschung weiterer Einsatzgebiete des Wirkstoffs Polihexanid – etwa gegen andere seltene Augeninfektionen wie Pilzkeratitis, bei der Pilze die Hornhaut angreifen.

Fazit: Ein grosser Schritt für kleine Patientengruppen

Auch wenn nur wenige Menschen von Acanthamoeba-Keratitis betroffen sind, bedeutet diese neue Therapie für sie einen grossen Fortschritt. Endlich gibt es ein gezielt entwickeltes Medikament – und damit mehr Sicherheit, Hoffnung und Lebensqualität.

 

Quelle: Xund24.ch-Redaktion/SIFI S.p.A.
Bildquelle: Symbolbild © Rabizo Anatolii/Shutterstock.com

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