Exoskelett Eve erhält Zulassung und eröffnet neue Chancen für Menschen im Rollstuhl

Mit einem Exoskelett namens „Eve“ können Menschen, die wegen einer Rückenmarksverletzung auf den Rollstuhl angewiesen sind, in Zukunft wieder laufen – allerdings nur über ebene Flächen.

Das Hightech-Gerät hat kürzlich die Zulassung in den USA durch die Food and Drug Administration (FDA) bekommen. Dem waren drei klinische Studien vorausgegangen, in denen der Entwickler Wandercraft, ein französisches Medizintechnik- und Robotik-Unternehmen, dessen Eignung nachweisen konnte.

Eve ermöglicht Erwachsenen per Fernbedienung, mithilfe von Selbstausgleichstechnologie zu gehen und bestimmte Aktivitäten des täglichen Lebens freihändig auszuführen. Das Gerät ist für den Einsatz auf ebenen Innenflächen und angrenzenden Aussenbereichen unter Aufsicht einer speziell geschulten Begleitperson vorgesehen.

Vorerst mit Begleitperson

Die Selbstausgleichtechnologie sorgt dafür, dass Nutzer auch dann aufrecht stehenbleiben, wenn sie eine Bewegung machen, die sie normalerweise stürzen liesse. Eine ähnliche Technik steckt in zweirädrigen Geräten für Erwachsene und Kinder, die im Stand eigentlich umkippen müssten, aber elektromechanisch ausbalanciert werden.

Alltägliche Aktivitäten wieder möglich

Im Mittelpunkt der klinischen Studien standen Sicherheit, Funktion, Training und die Bereitschaft zum persönlichen Gebrauch. Die Teilnehmer waren unterschiedlich schwer verletzt und absolvierten ein strukturiertes Training, bevor sie funktionalen, nutzungsbezogenen und aufgabenorientierten Bewertungen unterzogen wurden, die den vorgesehenen Einsatz in alltäglichen Umgebungen widerspiegeln sollten. Das klinische Programm zeigte, dass Teilnehmer und Begleitpersonen den Umgang mit Wandercrafts Eve erlernen und für den persönlichen Gebrauch freihändig alltägliche Aktivitäten ausführen konnten.

Die Studienteilnehmer berichteten von Verbesserungen in verschiedenen Bereichen des täglichen Lebens, darunter Gesundheitszustand, psychisches Wohlbefinden, Ausdauer bei alltäglichen Aktivitäten, Spastik in den unteren Extremitäten und Sitzgleichgewicht. Spastik ist eine chronische, unwillkürliche Erhöhung der Muskelspannung. Sie entsteht durch eine Schädigung des zentralen Nervensystems. Einige Teilnehmer berichteten zudem von Verbesserungen der Schlafqualität sowie der Blasen- und Darmfunktion.

Nach Angaben des National Spinal Cord Injury Statistical Center leben in den USA schätzungsweise 308’620 Menschen mit einer traumatischen Rückenmarksverletzung. Jährlich kommen etwa 18’400 neue Fälle hinzu. Die Zulassung von Eve durch die FDA könnte vielen von ihnen einen besseren Alltag ermöglichen.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: Symbolbild © Adene Sanchez/iStock.com

Publireportagen

Empfehlungen

Gott.ch
gourmetnews.ch