Herzstolpern, Herzrasen oder unregelmässiger Puls: Wann ist eine Abklärung sinnvoll
von belmedia Redaktion Gesundheit Krankheiten nachrichtenticker.ch xund24.ch
Das Herz passt seinen Rhythmus laufend an die Bedürfnisse des Körpers an. Bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung wird der Puls schneller, in Ruhe verlangsamt er sich. Gelegentlich fühlt sich ein Herzschlag jedoch ungewohnt kräftig an, scheint auszusetzen oder gerät plötzlich ins Rasen.
Wissenswertes und Tipps rund um Auffälligkeiten des Herzschlags, eine sinnvolle ärztliche Abklärung sowie mögliche Untersuchungs- und Behandlungsverfahren präsentiert xund24.ch in Kooperation mit Swiss Ablation.
Was geschieht bei einer Herzrhythmusstörung?
Der Sinusknoten im rechten Vorhof gibt den Schlag unseres Herzens vor. Er erzeugt elektrische Impulse, die das koordinierte Zusammenziehen der Vorhöfe und Herzkammern koordinieren. Wird die Bildung oder Weiterleitung dieser Signale gestört, kann das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmässig schlagen.
Herzrhythmusstörungen unterscheiden sich deutlich voneinander. Einige treten nur für wenige Sekunden auf und bleiben ohne gesundheitliche Folgen. Andere dauern länger an, kehren regelmässig wieder oder belasten die Pumpleistung. Allein anhand des persönlichen Empfindens lässt sich deshalb meist nicht beurteilen, welche Form vorliegt.
Herzstolpern ist häufig harmlos
Viele Menschen kennen das Gefühl, dass das Herz kurz aussetzt und der nächste Schlag besonders kräftig erscheint. Oft handelt es sich um einen zusätzlichen Herzschlag, eine sogenannte Extrasystole. Weil danach eine kleine Pause entsteht, nehmen Betroffene den folgenden regulären Schlag stärker wahr.
Solche Extraschläge kommen auch bei gesunden Menschen vor. Sie fallen häufig in ruhigen Situationen auf, etwa abends auf dem Sofa oder vor dem Einschlafen. Treten sie nur vereinzelt auf und bestehen keine weiteren Beschwerden, ist meist keine Behandlung erforderlich. Eine Abklärung ist dennoch sinnvoll, wenn das Herzstolpern neu auftritt, sehr häufig vorkommt oder den Alltag beeinträchtigt. Das gilt besonders bei einer bekannten Herzerkrankung.
Plötzliches Herzrasen ernst nehmen
Beim Herzrasen steigt die Herzfrequenz deutlich an. Der schnelle Puls kann eine normale Reaktion auf Sport, Angst, Fieber oder starke Aufregung sein. Beginnt das Herzrasen dagegen ohne erkennbaren Anlass, setzt es schlagartig ein oder endet ebenso plötzlich, kann eine Herzrhythmusstörung dahinterstehen.
Manche Betroffene spüren nur ein schnelles Klopfen in der Brust. Andere leiden gleichzeitig unter Schwäche, Atemnot, Schwindel oder einem Druckgefühl. Dauer, Häufigkeit und Begleitsymptome liefern wichtige Hinweise. Hilfreich ist es, Zeitpunkt und Dauer einer Episode zu notieren. Auch Angaben zu möglichen Auslösern, Medikamenten und zur gemessenen Herzfrequenz unterstützen die Abklärung.
Was ein unregelmässiger Puls bedeuten kann
Ein unregelmässiger Puls kann durch einzelne Extraschläge entstehen. Er kann aber auch auf Vorhofflimmern hinweisen, die häufigste Herzrhythmusstörung. Dabei arbeiten die Herzvorhöfe nicht mehr geordnet. Der Puls ist meist unregelmässig und oft beschleunigt.
Vorhofflimmern verursacht nicht bei allen Menschen deutliche Symptome. Einige bemerken Herzklopfen, Herzrasen, Atemnot, Müdigkeit oder eine nachlassende Belastbarkeit. Bei anderen wird die Rhythmusstörung zufällig entdeckt. Eine Diagnose ist trotzdem wichtig, da unbehandeltes Vorhofflimmern das Risiko für einen Hirnschlag und eine Herzschwäche erhöhen kann. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der individuellen Situation ab.
Wann rasches Handeln erforderlich ist
Nicht jedes Herzstolpern ist ein Notfall. Treten die Beschwerden jedoch zusammen mit starken Schmerzen oder Druck in der Brust, ausgeprägter Atemnot, kaltem Schweiss, Bewusstlosigkeit oder deutlicher Kreislaufschwäche auf, ist rasche medizinische Hilfe erforderlich. In der Schweiz sollte in einer solchen Situation die Notrufnummer 144 gewählt werden.
Auch weniger dramatische Beschwerden gehören abgeklärt, wenn sie wiederholt auftreten, länger anhalten oder sich verstärken. Das gilt etwa bei häufigem Herzrasen, einem dauerhaft auffälligen Puls, Schwindel, Leistungseinbruch oder kurzen Ohnmachtsanfällen. Eine Untersuchung klärt, ob eine harmlose Unregelmässigkeit oder eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
So wird der Herzrhythmus untersucht
Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch und die körperliche Untersuchung. Dabei interessieren Beginn, Dauer und Häufigkeit der Beschwerden sowie bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein Elektrokardiogramm, kurz EKG, zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf. Tritt die Rhythmusstörung während der Untersuchung auf, lässt sie sich häufig direkt erkennen.
Da viele Auffälligkeiten nur gelegentlich vorkommen, kann ein Langzeit-EKG notwendig sein. Bei seltenen Episoden kommen weitere mobile oder implantierbare Aufzeichnungssysteme infrage. Daten einer Smartwatch können Hinweise liefern, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose. Je nach Befund folgen Herzultraschall, Belastungs-EKG, Blutuntersuchungen oder eine elektrophysiologische Abklärung.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache
Eine festgestellte Herzrhythmusstörung muss nicht automatisch behandelt werden. Entscheidend sind die genaue Form, die Beschwerden, mögliche Begleiterkrankungen und das persönliche Risiko. Bei harmlosen Extraschlägen reicht es häufig, die Auslöser zu beobachten und das Ergebnis der Untersuchung zu kennen.
Andere Rhythmusstörungen lassen sich mit Medikamenten behandeln. Bei einer Kardioversion wird versucht, den Rhythmus durch Medikamente oder einen elektrischen Impuls zu normalisieren. Eine Katheterablation behandelt gezielt Bereiche, von denen fehlerhafte Signale ausgehen. Bei einem zu langsamen Herzschlag kann ein Herzschrittmacher erforderlich sein. Kommt es zu gefährlichen schnellen Rhythmusstörungen kann ein implantierbarer Defibrillator sinnvoll sein.
Umfassende Betreuung bei Swiss Ablation
Swiss Ablation ist auf die Abklärung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen spezialisiert. Das Zentrum verbindet Kardiologie, Elektrophysiologie und Herzchirurgie. Dadurch können Patientinnen und Patienten umfassend untersucht und abhängig vom Befund individuell behandelt werden.
Das Angebot beginnt bei der allgemeinen kardiologischen Sprechstunde. Dazu gehören Herz-Check-ups, Zweitmeinungen und gezielte rhythmologische Untersuchungen. EKG- und Langzeitaufzeichnungen sowie weitere diagnostische Verfahren helfen dabei, schnelle, langsame oder unregelmässige Herzrhythmen genauer einzuordnen.
Steht die Diagnose fest, richtet sich die Behandlung nach der Art der Rhythmusstörung und der persönlichen Situation. Zum Leistungsspektrum gehören Kardioversionen und verschiedene Formen der Katheterablation. Dabei kommen auch moderne Verfahren wie die Pulsfeldablation zum Einsatz. Darüber hinaus führt das Team chirurgische Ablationen und Hybrid-Ablationen durch.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Herzchirurgie ist besonders bei komplexem oder länger bestehendem Vorhofflimmern von Bedeutung. Auch wenn die Rhythmusstörung nach einer früheren Behandlung erneut auftritt, kann gemeinsam geprüft werden, welches Verfahren geeignet ist.
Swiss Ablation implantiert zudem Herzschrittmacher und Defibrillatoren. Weitere Leistungen sind der Verschluss des linken Herzohres und die Behandlung eines persistierenden Foramen ovale. Ergänzend berücksichtigt das Team mögliche Risikofaktoren und Begleiterkrankungen.
Zur Betreuung gehören deshalb auch Empfehlungen zur Anpassung des Lebensstils, Unterstützung beim Rauchstopp und Hilfe im Umgang mit psychischen Belastungen durch Vorhofflimmern. Vorbereitung, Eingriff und Nachsorge erfolgen durch ein interdisziplinäres Team. Für invasive Behandlungen steht in Zürich ein moderner Hybrid-Operationssaal mit angeschlossenem Überwachungsbereich zur Verfügung. Zahlreiche Eingriffe können dadurch ambulant durchgeführt werden.
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