Mini-Implantat SEED stimuliert Nerven gezielt und soll Schmerzen nachhaltig lindern

Mit der „Stimulating Electrode for Electroceutical Delivery (“SEED”)“ wollen Forscher der NYU Abu Dhabi und der Cleveland Clinic Abu Dhabi chronische Schmerzen und Bewegungsstörungen, die auf Nervenschäden zurückzuführen sind, therapieren. Dazu ist nicht einmal eine OP nötig, heisst es.

Das Gerät, das so gross ist wie ein Samenkorn, wird minimalinvasiv mit einer Spritze injiziert. Es steuert die Nervenaktivität ohne Batterien oder Kabel und ermöglicht so eine einfachere und weniger invasive Methode zur Behandlung neurologischer Erkrankungen.

Stromstösse finden Weg

Seine Energie bezieht SEED von aussen, indem es elektromagnetische Wellen nach dem Transformatorprinzip in Strom umwandelt. Das gelingt beispielsweise mit einem elektrisch aktiven Armband. Das Gerät wird in der Nähe des Nervs platziert, der stimuliert werden soll. Es werden in der Folge elektrische Pulse ausgesendet, die den Nerv stimulieren.

„Mit dem Gerät machen wir Therapien einfacher, sicherer und zugänglicher, während wir gleichzeitig die präzise Kontrolle über die Nervenaktivität beibehalten“, sagt Khalil Ramadi von der NYU Abu Dhabi, der auch an der Ingenieurschule der NYU in New York City lehrt. Durch die spezielle Form der winzigen Elektrode sei sichergestellt, dass sich die Stromstösse ausschliesslich auf den Nerv richten, sodass ausserhalb kein Schaden angerichtet werde.

Aktivierung von Nerven

In Labor- und präklinischen Tests ermöglichte das Gerät eine präzise Steuerung der Nervenstimulation und eine konsistente Leistung unter realistischen Bedingungen. Es aktivierte erfolgreich Nerven in vivo und bestätigte damit sein Potenzial für Anwendungen in der Praxis, unterstreichen die Wissenschaftler.

„Diese Technologie hat das Potenzial, die Lücke zwischen nicht-invasiven Therapien und traditionellen Implantaten zu schliessen. Sie öffnet die Tür zu Behandlungen, die sowohl wirksam als auch einfach durchzuführen sind, was die Patientenversorgung erheblich verbessert“, so Mohamed Elsherif, der auch an der NYU Abu Dhabi tätig ist. Weil es die Notwendigkeit grösserer Eingriffe verringere und die Durchführung fortschrittlicher Therapien vereinfache, werde das Gerät die Behandlung von mehr Patienten ermöglichen und gleichzeitig Risiken und Genesungszeiten senken.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: nyuad.nyu.edu

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