Neuer Ansatz ermöglicht schnellere und genauere Herzinfarkt-Diagnose

Forschende unter der Leitung des Universitätsspitals Basel (USB) haben einen neuen Ansatz entwickelt, mit dem Herzinfarkte schneller und genauer erkannt werden.

Betroffene erhalten damit rascher Klarheit und können früher gezielt behandelt werden. Das verbessert die Chancen, bleibende Schäden am Herzen zu vermeiden.

Herzinfarkte gehören weltweit zu den häufigsten Notfällen. Entscheidend ist, schnell zu erkennen, welche Form vorliegt und welche Therapie nötig ist, um bleibende Schäden zu vermeiden. Eine internationale Studie unter der Leitung von Prof. Christian Müller, Leiter Stationäre Kardiologie und des Cardiovascular Research Institute Basel (CRIB) am USB zeigt, wie sich die Diagnose mit einem bewährten Bluttest deutlich beschleunigen lässt.

Mehr Information aus einem bewährten Bluttest

Bei Verdacht auf Herzinfarkt werden heute bestimmte Herzmarker, insbesondere die Troponine (Troponin I und Troponin T), im Blut gemessen. Die Forschenden konnten nun nachweisen, dass nicht nur die einzelnen Troponin-Werte ausschlaggebend sind, sondern ihr Verhältnis zueinander zusätzliche Information beinhaltet, welche bislang nicht gezielt genutzt wird.

Mit diesem Ansatz lässt sich rascher unterscheiden, ob ein akuter Herzinfarkt vorliegt oder eine andere Form von Herzschädigung. Auch die Unterscheidung zwischen den häufigsten Herzinfarkt-Typen wird einfacher. Das hilft, rasch die passende Behandlung einzuleiten und kann im Ernstfall Leben retten.

Schneller und gezielter behandeln

„Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute. Wenn wir mit demselben Bluttest mehr Informationen gewinnen, können wir schneller die richtigen Entscheidungen treffen und Folgeschäden verhindern“, sagt Dr. Tobias Zimmermann, Oberarzt der Intensivstation, klinischer Forscher vom CRIB am USB sowie einer der drei Erstautoren der Studie.

Die Studie unter Leitung des USB wurde international durchgeführt und basiert auf Daten von über 9’700 Patientinnen und Patienten. Sie zeigt, dass das Verhältnis der Blutwerte eine verlässliche Grundlage für eine schnellere und gezieltere Diagnose bietet.

USB treibt Innovation für die Patientinnen und Patienten voran

Noch ist die Methode nicht Teil des klinischen Alltags. Bevor sie breit eingesetzt werden kann, sind weitere Studien notwendig. „Unser Anspruch ist es, dass die Forschung direkt unseren Patientinnen und Patienten zugutekommt. Die Ergebnisse der aktuellen Studie bringen uns diesem Ziel einen wichtigen Schritt näher“, sagt Prof. Christian Müller.

 

Quelle: Universitätsspital Basel (USB)
Bildquelle: Symbolbild © brizmaker/Shutterstock.com

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