Vanillin aus E-Zigaretten könnte Embryonen in der Frühentwicklung schädigen
von belmedia Redaktion -schweizweit Allgemein Alltag Eltern elterntipps.ch Familie familie.ch Familienleben Forschung Geburt Gesundheit hospital.ch Krankheiten Magazine Medizin nachrichtenticker.ch News Prävention Regionen Schweiz Themen Vital xund24.ch Ⳇ Verbreitung
Vanillin, ein weit verbreiteter Aromastoff bei E-Zigaretten, dürfte bei schwangeren Frauen die normale Entwicklung der Embryonen stören. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie unter der Leitung von Forschern der University of California Riverside gekommen. Das dürfte erklären, warum das Dampfen in einem Zusammenhang mit Problemen bei der Empfängnis und Fehlgeburten steht.
Die Wissenschaftler untersuchten menschliche embryonale Stammzellen. Diese sind den Zellen von Embryonen ähnlich, die drei Wochen alt sind. Im Labor wurde eine ganze Reihe an Tests durchgeführt. Daher können die Ergebnisse nicht einfach auf schwangere Frauen übertragen werden. Laut der leitenden Forscherin Prue Talbot von der University of California Riverside konzentrierte sich das Team auf Vanillin, da es weit verbreitet ist und häufig in hohen Konzentrationen verwendet wird. Bereits bekannt war, dass embryonale Zellen mit TRPV4 auf ihren Oberflächen über einen Kanal verfügen, der sich wahrscheinlich an das Vanillin anbinden würde.
Tests im Labor
Das Forscherteam setzte menschliche embryonale Stammzellen in Laborschalen niedrigen oder hohen Konzentrationen von Vanillin aus. Zusätzlich wurden sie einem TRPV4-Antagonisten ausgesetzt, einem Antikörper, der die Funktion von TRPV4 unterbindet, oder Vanillin in Kombination mit dem Antagonisten oder dem Antikörper. TRPV4-Antagonisten verhindern, dass sich Vanillin an TRPV4 anbindet. Mikromolare Konzentrationen neigten dazu, Zellen abzutöten. Bei nanomolaren Konzentrationen verloren die Zellen ihre Pluripotenz – also die Fähigkeit, sich in verschiedene Zellarten zu entwickeln.
Fatale Folgen
Das Vanillin führte dazu, dass sich die Stammzellen in das Entoderm differenzierten. Dabei handelt es sich um das innere der drei Keimblätter, die während der Embryogenese entstehen. Dieses Gewebe fördert zudem die Darmschleimhaut und Gewebe im Bereich der Atemwege. „Diese Veränderungen können von grosser Bedeutung sein und die normale Entwicklung eines Embryos verhindern“, so Talbot. Sie geht davon aus, dass nanomolare Konzentrationen von Vanillin den Embryo von Frauen erreichen dürften, die E-Zigaretten rauchen.
Normalerweise würden embryonale Stammzellen drei Arten von Zellen bilden: Ektoderm, Mesoderm und Entoderm, also die drei primären Keimblätter des Embryos. Fehlt Embryos das Entoderm, kann sich das Nervensystem nicht richtig entwickeln. Fehlt das Mesoderm, können sich viele Gewebe wie Muskeln nicht entsprechend bilden. Die Forschungsergebnisse wurden jüngst im Fachmagazin „Human Reproduction“ publiziert.
Was ist Vanillin?
Vanillin ist ein Aromastoff, der vielen E-Zigaretten einen süssen Vanillegeschmack verleiht. In Laborversuchen veränderte der Stoff embryonale Stammzellen und beeinträchtigte deren normale Entwicklung. Ob die Ergebnisse direkt auf schwangere Frauen übertragbar sind, muss allerdings erst die weitere Forschung zeigen.
Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
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