Museen, Theater und Kino könnten zu einem langsameren biologischen Altern beitragen

Regelmässige Besuche von Museen, Theatern, Kinos und anderen kulturellen Veranstaltungen könnten dazu beitragen, den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Institute of Science Tokyo, in der der Zusammenhang zwischen kultureller Aktivität und dem sogenannten physiologischen Alter untersucht wurde.

Das physiologische Alter beschreibt, wie gut der Körper funktioniert, und kann deutlich vom tatsächlichen Lebensalter abweichen. Für ihre Untersuchung analysierten die Forschenden Daten von 1’899 Erwachsenen ab 50 Jahren, die an der langfristigen «English Longitudinal Study of Ageing» teilnahmen. Dabei wurden unter anderem Haushaltseinkommen, Erwerbstätigkeit und chronische Erkrankungen berücksichtigt, um deren Einfluss auf die Ergebnisse möglichst auszuschliessen.

Kulturell aktive Menschen wiesen ein niedrigeres physiologisches Alter auf

Personen, die mindestens alle paar Monate kulturelle Angebote nutzten, hatten im Durchschnitt ein physiologisches Alter von 66,9 Jahren. Das lag rund drei Jahre unter dem Wert von Menschen mit geringerem kulturellem Engagement. In die Bewertung flossen verschiedene Gesundheitsdaten wie Pulsfrequenz, Blutdruck und Body-Mass-Index ein.

Die Forschenden stellten zudem fest, dass kulturell aktive Personen häufiger Frauen waren, einen höheren sozioökonomischen Status aufwiesen, öfter berufstätig waren und insgesamt einen besseren Gesundheitszustand hatten.

Zusammenhang, aber kein Beweis für Ursache und Wirkung

Nach Einschätzung der Autoren könnte kulturelles Engagement soziale Beziehungen stärken, einen gesünderen Lebensstil fördern und die psychische Gesundheit verbessern. Diese Faktoren könnten gemeinsam dazu beitragen, das physiologische Altern zu verlangsamen.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lassen sich jedoch keine eindeutigen Aussagen über Ursache und Wirkung treffen. Die Forschenden weisen darauf hin, dass auch der umgekehrte Zusammenhang möglich ist: Menschen mit einer besseren Gesundheit nehmen möglicherweise häufiger an kulturellen Aktivitäten teil. Dennoch sehen sie kulturelles Engagement als vielversprechenden Ansatz zur Förderung eines gesunden Alterns. Die beobachtete Wirkung sei mit jener regelmässiger körperlicher Aktivität vergleichbar.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Wolfgang Kempkens
Bildquelle: Symbolbild © Travelmama/Shutterstock.com

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