Neue Immuntherapie aktiviert gezielt T-Zellen gegen fortgeschrittene solide Tumoren

Als Teil einer klinischen Studie hat die Early Clinical Trial Unit der NCT/UCC Dresden erstmals die Immuntherapie IMA401 bei Patienten mit fortgeschrittenen soliden Tumoren getestet. Bei IMA401 handelt es sich um einen sogenannten „Bispecific T-cell Engager“, der Krebszellen mit T-Zellen verbindet und so das Immunsystem direkt für die Bekämpfung des Tumors aktiviert. Details sind in „Nature Medicine“ nachzulesen.

Um das zu erreichen, bindet sich das Molekül gleichzeitig an zwei Ziele an: Ein Protein, das in den Tumorzellen produziert wird, sprich das Tumorantigen MAGEA4/8, und ein Molekül auf der Oberfläche der Immunzellen des Körpers. Diese Immunzellen, die T-Lymphozyten, werden dadurch direkt zu den Positionen der Tumore gelenkt und aktiviert, damit sie die Krebszellen zerstören.

Krebszellen zerstören

An der aktuellen Studie haben 61 Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren teilgenommen, die nicht mehr auf Standardbehandlungen ansprechen. Sie erhielten IMA401 als Infusion, in manchen Fällen wurde eine Kombination mit dem bereits zugelassenen Immuntherapie-Medikament Pembrolizumab eingesetzt.

Behandlung gut verträglich

Laut NCT/UCC-Dresden-Forschungsleiter Martin Wermke sollte vor allem die Sicherheit von IMA401 nachgewiesen und die optimale Dosis für die weitere Entwicklung festgestellt werden. Insgesamt hat sich die Behandlung als gut verträglich erwiesen. Die meisten Nebenwirkungen sind dem Experten nach auf die beabsichtigte Aktivierung des Immunsystems zurückzuführen.

Das Zytokin-Freisetzungssyndrom ist bei 38 Prozent der Patienten aufgetreten und meist durch Fieber charakterisiert. Zusätzlich liessen sich temporäre Veränderungen der Blutwerte beobachten. Dazu gehören eine Lymphopenie bei 33 Prozent der Fälle und eine reversible Neutropenie bei 31 Prozent der Patienten.

Vielversprechende Ergebnisse

Diese Studie hat bei mehreren Arten von Tumoren eine positive Reaktion auf die Behandlung ausgelöst. Dazu gehören Lungenkrebs, Melanome und neuroendokrine Tumore. Der Grossteil der Patienten litt jedoch unter Krebserkrankungen des Kopfes und des Nackens. Bei vier von 14 dieser Erkrankten haben die Forscher innerhalb des optimalen Dosisbereichs eine signifikante Schrumpfung des Tumors beobachtet.

Bei drei dieser vier Personen fand die Reaktion zum Zeitpunkt der Analyse noch statt. Die mittlere Dauer der Reaktion betrug 8,8 Monate. Laut Wermke stellen diese Forschungsergebnisse für Patienten einen deutlichen Fortschritt dar, die sonst im Rahmen einer Chemotherapie nur sehr wenige Optionen haben. Es bestehe zudem die Möglichkeit, IMA401 mit anderen Immuntherapien zu kombinieren.

 

Quelle: pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © NDAB Creativity/Shutterstock.com

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