Studie zeigt: Zusätzliche Cholesterinsenkung schützt Hochrisiko-Diabetiker besser

Eine intensive cholesterinsenkende Behandlung mit Evolocumab verringert bei Hochrisikopatienten mit Diabetes das Risiko von schweren kardiovaskulären Ereignissen. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich publizierte Studie des krankenhausbasierten Forschungsunternehmens Mass General Brigham.

Bei den Probanden lag keine bekannte Atherosklerose (Verkalkung der Arterien) vor. Laut Ko-Autor Nicholas A. Marston wurde seit einem Jahrzehnt eine derartige Behandlung nur bei Patienten vorgenommen, die bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hatten. Der neue Ansatz könnte die Prävention von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzerkrankungen bei Patienten ohne Atherosklerose grundlegend verändern.

60 Prozent weniger LDL-C

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben weltweit die führende Todesursache. Die Senkung des LDL-Cholesterins gilt als wichtigste Strategie zur Verringerung des Risikos. Evolocumab, ein potenter PCSK9-Hemmer, senkt das LDL-C um rund 60 Prozent und unterstützt die Wirkung von Statinen.

Derzeit erhalten Patienten ohne Atherosklerose, aber mit hohem Risiko, häufig Statine – sofern sie überhaupt cholesterinsenkende Medikamente bekommen.

Die US-Wissenschaftler analysierten mit 3.655 Patienten eine Untergruppe der randomisierten Studie VESALIUS-CV, um zu prüfen, ob Evolocumab Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindern kann. Die Teilnehmer hatten keine signifikante Atherosklerose, litten jedoch an Diabetes mit hohem Risiko.

Dieses Risiko war definiert durch eine Erkrankungsdauer von mindestens zehn Jahren, die tägliche Gabe von Insulin oder das Vorliegen einer mikrovaskulären Erkrankung, also einer Funktionsstörung der kleinsten Blutgefässe.

Wirkung nachgewiesen

Die Teilnehmer erhielten alle zwei Wochen eine Injektion mit Evolocumab oder ein Placebo. Zusätzlich bekamen alle Patienten die standardmässige Cholesterinsenkung mit Statinen und dem Cholesterin-Resorptionshemmer Ezetimib.

Die mit Evolocumab behandelten Personen erreichten deutlich niedrigere Cholesterinwerte. Nach 48 Wochen waren die mittleren LDL-C-Werte um rund 51 Prozent gesenkt – von 111 mg/dL auf 52 mg/dL. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „JAMA“ veröffentlicht.

Wärend einer medianen Nachbeobachtungszeit von fast fünf Jahren hatten die zusätzlich mit Evolocumab behandelten Patienten ein um 31 Prozent geringeres Risiko für ein erstes schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis. Dazu zählen der Tod durch koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt oder ischämischer Schlaganfall.

Die Ereignisrate lag in dieser Gruppe bei fünf Prozent, während sie in der Placebogruppe 7,1 Prozent betrug. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten in beiden Gruppen auf. Die Forscher gehen daher davon aus, dass die Behandlung insgesamt gut verträglich ist.

 

Quelle: Pressetext.redaktion/Moritz Bergmann
Bildquelle: Symbolbild © PeopleImages/Shutterstock.com

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