SVBS AWARD 2024: Ersthelfer für aussergewöhnliche Intuition ausgezeichnet

Der SVBS AWARD 2024 geht an Pascale Imboden, Katja Nafz und Rolf Märchy – drei Ersthelfer, die dank Intuition und Fachwissen einen medizinischen Notfall erkannten, bevor klare Symptome sichtbar waren.

Mit ihrer besonnenen Reaktion verhinderten sie eine Fehldiagnose und ermöglichten eine rechtzeitige Behandlung eines Schülers, der am Panayiotopoulos-Syndrom litt – einer seltenen Form epileptischer Anfälle.


Zum Bild: V.l.n.r: Pascale Imboden, Rolf Märchy, Katja Nafz und Stefan Kühnis (Präsident SVBS).

Instinkt rettet den Tag

In einem ruhigen Teil der Kantonsschule Hohe Promenade bemerkte ein IT-Mitarbeiter einen Schüler mit ungewöhnlichem Verhalten: starrer Blick, abwesende Reaktionen, aber ohne erkennbare körperliche Symptome.

Gemeinsam mit der Schulsanität legten Pascale Imboden, Katja Nafz und Rolf Märchy den Schüler auf das Liegebett und versuchten, mit ihm zu sprechen – ohne Erfolg.

Trotz scheinbar unauffälliger Vitalzeichen vertrauten sie ihrem Bauchgefühl und alarmierten umgehend den Notruf 144. Die Sanitäter führten mehrere Tests durch, die alle negativ ausfielen. Dennoch blieb die Schulsanität wachsam und bestand auf einer weiteren Untersuchung.

Ein Freund des Schülers berichtete von einem ähnlichen Vorfall, und nachdem die Eltern informiert waren, wurde der Junge ins Kinderspital gebracht. Dort bestätigte sich die Vermutung der Ersthelfer: Der Schüler litt am Panayiotopoulos-Syndrom, einer seltenen Form epileptischer Anfälle mit untypischen Symptomen wie visuellen Halluzinationen, starrem Blick, Übelkeit oder Erbrechen.

Vertrauen in Intuition und Fachwissen

„Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig es ist, der eigenen Intuition zu vertrauen, selbst wenn Tests keine eindeutigen Ergebnisse liefern“, betonen die Gewinner.

Ihre Haltung unterstreicht den Wert von Erfahrung, Empathie und klinischem Gespür in der Ersten Hilfe – insbesondere bei untypischen oder schwer erkennbaren Symptomen.

Die Entscheidung der Jury

Die Jury des SVBS AWARD, bestehend aus vier Schulungsanbietern und drei ehemaligen Preisträgern, war sich einig: Diese Eingabe verkörpert das Wesen der Ersten Hilfe – Wahrnehmen, Ernstnehmen, Handeln.

  • „Hohes Mass an klinischer Intuition trotz fehlender Symptome – ein Paradebeispiel für Verantwortung und professionelles Urteilsvermögen.“
  • „Auf das Bauchgefühl zu hören, ist auch in der Medizin sehr wichtig – Intuition kommt in der Ausbildung oft zu kurz.“
  • „Wer nur Geräten vertraut, kann falsch liegen. Hier wurde richtig gehandelt, weil der Instinkt stimmte.“
  • „Dieser Einsatz zeigt, wie wichtig eine funktionierende Rettungskette ist – von Aufmerksamkeit über Teamarbeit bis zum Vertrauen in den eigenen Eindruck.“
  • „Ein reales Beispiel für medizinische Einschätzung abseits klarer Symptome – Intuition, Erfahrung und Beobachtung haben den Ausschlag gegeben.“

Ausbildung mit Wirkung

Übrigens: Die drei ausgezeichneten Ersthelfer wurden an der SanArena Rettungsschule ausgebildet – ein weiterer Beleg für den hohen Ausbildungsstandard in der betrieblichen Ersten Hilfe.

 

Quelle: Schweizerischer Verband für Betriebssanität (SVBS)
Bildquelle: SVBS / Jonas Weibel

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