Hitzewelle in der Schweiz: Wie man sich und andere schützt

Hohe Temperaturen sind mehr als nur unangenehm – sie können zur ernsten Gefahr für die Gesundheit werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Alleinlebende, Schwangere, Kleinkinder und Personen mit chronischen Krankheiten.

Die körperliche Reaktion auf Hitze ist bei ihnen oft eingeschränkt, was das Risiko für schwere Komplikationen erhöht.

Wenn das Thermometer steigt

Hitzewellen beeinträchtigen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Ältere Menschen schwitzen weniger und verspüren seltener Durst. In Kombination mit hohen Temperaturen kann das zu Kreislaufproblemen, Atemnot oder gar Hitzschlag führen. Der Körper kann sich nicht mehr ausreichend abkühlen.

Daher ruft der kantonsärztliche Dienst dazu auf, sich selbst und andere aktiv zu schützen. Auch kleine Gesten wie ein Glas Wasser oder ein kurzer Anruf bei der Nachbarin können im Ernstfall Leben retten.

Verhaltenstipps für heisse Tage

So schützt man sich am besten:

  • Körperliche Anstrengung vermeiden, besonders zwischen 11 und 17 Uhr
  • Viel trinken – am besten Wasser oder ungesüsste Tees. Auf Alkohol verzichten
  • Leichte, kühlende Mahlzeiten bevorzugen
  • Wohnung am frühen Morgen oder nachts lüften. Tagsüber Fenster schliessen und abdunkeln
  • Schatten aufsuchen, kühle Orte besuchen
  • Luftige Kleidung aus Naturmaterialien tragen
  • Den Körper mit lauwarmen Duschen oder feuchten Tüchern kühlen

Infobox: Gefährdete Gruppen

  • Menschen über 75 Jahre
  • Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Schwangere und stillende Mütter
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Alleinlebende Menschen ohne regelmässigen Kontakt zu anderen



Vorbereitung auf die Hitzewelle

Gerade für alleinlebende ältere Menschen ist eine gute Vorbereitung wichtig. Angehörige und Nachbarn können helfen, die Risiken zu verringern.

  • Täglichen Kontakt einplanen (Telefon oder Besuche)
  • Ausreichende Vorräte an Lebensmitteln und Getränken sicherstellen
  • Liste mit wichtigen Telefonnummern griffbereit aufbewahren
  • Betreuung durch Hilfsdienste im Vorfeld abklären
  • Medikamenteneinnahme mit ärztlicher Fachperson besprechen

Infobox: Checkliste für heisse Tage

  • Sind genügend Getränke im Haus?
  • Ist ein Ventilator oder ein kühler Raum vorhanden?
  • Wurde heute schon telefoniert oder jemand besucht?
  • Gibt es jemanden, der im Notfall helfen kann?


Hitzestress erkennen und handeln

Warnzeichen für Hitzeschäden:

  • Körpertemperatur über 38°C
  • Erhöhter Puls
  • Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen

Erste Hilfe bei Hitzestress:

  • Betroffene in den Schatten oder einen kühlen Raum bringen
  • Körper mit feuchten Tüchern abkühlen
  • Wasser anbieten, sofern die Person bei Bewusstsein ist
  • Keine Besserung? Ärztliche Hilfe rufen
  • Bei Bewusstlosigkeit sofort Notruf alarmieren

Infobox: Notfallnummern Schweiz

  • Sanitätsnotruf: 144
  • Notfallnummer aus dem Ausland: +41 58 144 00 00
  • Ärztefon (je nach Region unterschiedlich, lokal recherchieren)


Hitze kann lebensbedrohlich sein – aber mit der richtigen Vorbereitung, Aufmerksamkeit und etwas Solidarität lässt sich viel verhindern. Jeder kann einen Beitrag leisten: für sich selbst und für andere.

 

Quelle: Xund24-Redaktion/Kanton Bern
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © EugeneEdge/Shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © Reshetnikov_art/Shutterstock.com

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