Multiresistente Bakterien auf dem Vormarsch: Warum wir wachsam bleiben müssen

Im Jahr 2024 haben Forschende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) einen besorgniserregenden Anstieg von multiresistenten Bakterien festgestellt.

Über 10’000 Proben wurden analysiert, wobei der Anteil der sogenannten Carbapenemase-produzierenden Bakterien von 43,9 % im Jahr 2021 auf 61,1 % im Jahr 2024 gestiegen ist.

Was sind Carbapenemasen?

Carbapenemasen sind Enzyme, die bestimmte Bakterien produzieren können. Diese Enzyme machen eine wichtige Gruppe von Antibiotika, die Carbapeneme, unwirksam. Carbapeneme gelten als Reserveantibiotika und werden eingesetzt, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken. Wenn Bakterien gegen diese letzte Verteidigungslinie resistent werden, sind Infektionen schwer zu behandeln und können lebensbedrohlich sein.

Welche Bakterien sind betroffen?

Besonders betroffen sind Bakterienarten wie *Klebsiella pneumoniae* und *Escherichia coli*, die häufig im menschlichen Darm vorkommen, aber auch Infektionen verursachen können. Auch *Pseudomonas aeruginosa* und *Acinetobacter baumannii*, die oft in Spitälern auftreten, zeigen vermehrt Resistenzen. Die häufigsten Carbapenemasen in diesen Bakterien sind OXA-48, NDM-1, NDM-5, KPC-2, OXA-244 und VIM-1.

Warum ist das ein Problem?

Multiresistente Bakterien sind besonders gefährlich für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie ältere Personen oder Patientinnen und Patienten in Spitälern. Wenn herkömmliche Antibiotika nicht mehr wirken, bleiben nur wenige Behandlungsmöglichkeiten. Infektionen können sich schneller ausbreiten und schwerwiegendere Folgen haben.

Was kann man dagegen tun?

Es ist wichtig, Antibiotika verantwortungsvoll zu verwenden – nur dann, wenn sie wirklich notwendig sind, und genau nach Anweisung. Spitäler und Gesundheitsbehörden sollten Hygiene- und Überwachungsmassnahmen verstärken, um die Ausbreitung resistenter Bakterien zu verhindern. Zudem ist die Entwicklung neuer Antibiotika und alternativer Behandlungsmethoden entscheidend.

Multiresistente Bakterien sind ein wachsendes Gesundheitsproblem. Durch bewussten Umgang mit Antibiotika und verstärkte Präventionsmassnahmen können wir dazu beitragen, die Ausbreitung dieser gefährlichen Erreger einzudämmen.

 

Quelle: Xund24.ch-Redaktion/pressetext.redaktion, Florian Fügemann
Bildquelle: New Africa/Shutterstock.com

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