Zeckenstich in der Schweiz: Gefahren, Krankheiten und wie man sich schützt

Zecken sind kleine Blutsauger mit grosser Wirkung: In der Schweiz übertragen sie gefährliche Krankheiten wie FSME und Borreliose. Frühzeitige Erkennung und wirksame Vorsorge sind entscheidend.

Dieser Artikel informiert über die wichtigsten von Zecken übertragenen Infektionen, deren Symptome und Behandlung – sowie über Schutzmassnahmen, die wirklich helfen.



Wo und wann besteht Zeckengefahr in der Schweiz?

Zecken leben vor allem in Wäldern, Wiesen und an Waldrändern – besonders dort, wo es feucht und schattig ist. In der Schweiz beginnt die Zeckensaison typischerweise im Frühling (ab März) und dauert bis in den Spätherbst (Oktober). Bereits ab 8 °C werden Zecken aktiv.

Typische Risikogebiete:

  • Mittelland und Voralpenregionen
  • Waldränder, Hecken, hohe Gräser
  • Stadtnahe Naturparks und Gartenanlagen

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stuft seit 2021 fast alle Kantone als FSME-Risikogebiete ein – mit Ausnahme von Genf und Tessin.

Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

1. Borreliose (Lyme-Borreliose)

Die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in der Schweiz. Verursacht wird sie durch Bakterien der Gattung Borrelia burgdorferi. Die Übertragung erfolgt meist erst nach mehreren Stunden (oft ab 12–24 Stunden nach Stich).

Symptome:

  • Wanderröte (kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle)
  • Fieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Spätfolgen: Nervenschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Gelenkentzündungen


Borreliose ist mit Antibiotika gut behandelbar – eine Impfung gibt es nicht.

2. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME ist eine Virusinfektion, die zu schweren Entzündungen im Gehirn und Rückenmark führen kann. Anders als Borreliose wird FSME sofort mit dem Zeckenstich übertragen – es gibt keine Mindestzeitspanne.

Symptome (in zwei Phasen):

  • Phase 1: grippeähnliche Beschwerden (Fieber, Gliederschmerzen)
  • Phase 2: Hirnhautentzündung, Konzentrationsprobleme, Lähmungen

Etwa 10 % der FSME-Verläufe erfordern einen Spitalaufenthalt. In seltenen Fällen kommt es zu bleibenden neurologischen Schäden.


Tipp: Gegen FSME steht in der Schweiz eine gut wirksame Impfung zur Verfügung – empfohlen für alle Personen ab 6 Jahren in Risikogebieten, insbesondere bei regelmässigem Aufenthalt im Freien.

3. Seltene Infektionen durch Zecken in der Schweiz

Weniger häufig, aber relevant:

  • Anaplasmose: grippeähnlich, meist milder Verlauf
  • Babesiose: parasitär, ähnlich Malaria – v. a. bei immungeschwächten Personen
  • Tularämie: Hasenpest – kann durch Zecken übertragen werden, aber selten

Die Diagnose dieser Erkrankungen ist komplex – sie kommen nur in Einzelfällen vor.

Wie erkennt man einen Zeckenstich – und was ist danach zu tun?

Typisches Vorgehen nach einem Stich:

  • Zecke so bald wie möglich mit feiner Pinzette oder Zeckenzange entfernen
  • Hautstelle desinfizieren
  • Datum notieren und Stelle 4 Wochen beobachten
  • Bei Symptomen: sofort ärztliche Abklärung

Nicht empfehlenswert: Hausmittel wie Öl, Klebstoff oder Alkohol – sie können die Zecke reizen und das Infektionsrisiko erhöhen.

Wann zum Arzt?

  • Wenn sich eine Wanderröte bildet
  • Bei grippeähnlichen Symptomen ohne klaren Auslöser
  • Wenn nach FSME-Impfung kein vollständiger Impfschutz vorliegt

Wie schützt man sich wirksam vor Zeckenstichen?

1. Körperbedeckung und helle Kleidung

Lange Ärmel und Hosenbeine, in die Socken gesteckt, machen es Zecken schwerer. Helle Kleidung hilft beim Erkennen von Zecken.

2. Zeckenschutzmittel (Repellentien)

Produkte mit DEET, Icaridin oder Zitroneneukalyptusöl halten Zecken vorübergehend fern – allerdings nur für wenige Stunden.

3. Aufenthalt auf Wegen

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen – sie sitzen in Bodennähe auf Gräsern und Büschen. Wer auf Wegen bleibt, reduziert das Risiko deutlich.

4. Tägliche Kontrolle nach Aufenthalten im Grünen

Körperstellen wie Kniekehlen, Achseln, Hals, Ohren, Leisten und Haaransatz besonders gründlich absuchen – auch bei Kindern.

5. FSME-Impfung

Für alle Personen, die sich regelmässig im Freien aufhalten, empfiehlt das BAG die FSME-Impfung. Sie besteht aus drei Dosen, danach sind Auffrischungen alle 10 Jahre nötig.


Tipp: Die FSME-Impfung ist in der Schweiz eine Pflichtleistung der Krankenkassen – sie übernehmen die Kosten gemäss KVG, sofern eine medizinische Empfehlung vorliegt.

Zecken und Kinder: Was ist besonders zu beachten?

Kinder sind beim Spielen im Freien besonders gefährdet – sie sind näher am Boden, rollen durch das Gras, fassen Pflanzen an. Daher ist Vorsorge besonders wichtig:

  • Kind täglich absuchen (auch Kopfhaut und hinter den Ohren)
  • FSME-Impfung ab 6 Jahren möglich – teilweise auch ab 1 Jahr
  • Kindgerechte Repellentien verwenden (altersabhängige Zulassung beachten)

Fazit: Zeckenstiche sind in der Schweiz nicht harmlos – doch gut vermeidbar

Ein Zeckenstich kann ernste Krankheiten übertragen – besonders Borreliose und FSME sind relevante Gesundheitsrisiken. Mit einfachem Verhalten, regelmässiger Kontrolle und gegebenenfalls Impfung lässt sich das Risiko jedoch stark reduzieren. Wer gut informiert ist, kann die Natur weiterhin geniessen – mit einem sicheren Gefühl.

 

Quelle: xund24.ch-Redaktion
Bildquellen: Bild 1: => Symbolbild © esiuL/Shutterstock.com; Bild 2: => Symbolbild © Kletr/Shutterstock.com

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